Energieverbrauch im Wohngebäudebestand


Auf der Basis europäischer Rahmenbedingungen wurden mit dem im September 2010 von der Bundesregierung vorgelegten Energiekonzept langfristige Leitlinien und Zielgrößen für die Erreichung eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050 formuliert und die energetische Gebäudesanierung als entscheidendes Tätigkeitsfeld der deutschen Klimaschutz- und Energieeffizienzpolitik herausgestellt.

Insgesamt wurde 2017 über ein Viertel (27 %) des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland für den „Betrieb“ von
Wohngebäuden aufgewendet. 81 Prozent der Gebäude-Endenergie entfällt dabei auf die Beheizung der Wohngebäude. Dem Wohngebäudesektor kommt damit für die Erreichung der nationalen klimapolitischen Ziele eine zentrale Bedeutung zu.

Insgesamt 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und in rund 30 Prozent der Treibhausgasemissionen entfallen auf den Gebäudebestand. Der Energieverbrauch in Wohngebäuden im Jahr 2015 betrug rd. ein Viertel (26 %) des gesamten deutschen Endenergieverbrauchs in Höhe von 2.466 Terawattstunden (TWh). Den größten Anteil am Verbrauch haben dabei die Anwendungsbereiche Raumwärme (69 %) und die Bereitstellung von Warmwasser (14 %).

 
Wohnungseigentümergemeinschaften

Bundesweit gibt es ca. 1,8 Millionen Wohnungseigentümergemeinschaften mit mehr als neun Millionen Eigentumswohnungen.
Dies ist fast ein Viertel (22 %) des Wohnungsbestandes von ca. 39,2 Mio. Wohnungen (Zensus 2011). Letztmalig wurde die Gesamtanzahl der Wohnungen in Eigentümergemeinschaften in der Gebäude- und Wohnungszählung 2011 erhoben. Demnach lagen zum Stichtag am 9. Mai 2011 deutschlandweit 22 Prozent der Wohnungen in Wohnungseigentümergemeinschaften.

Grafik: Wohnungen nach EigentumsformDer Anteil kommunaler (6 %) und genossenschaftlicher (5 %) Unternehmen fällt deutlich geringer aus, als in der öffentlichen Wahrnehmung häufig angenommen.

Wohnungseigentümergemeinschaften stellen mit 4,9 Millionen vermieteten Eigentumswohnungen dem Mietmarkt mehr als doppelt so viele Wohnungen zur Verfügung als kommunale Unternehmen. Die Zahlen verdeutlichen: Für das Erreichen der Klimaschutzziele ist die Einbeziehung von Wohnungseigentümergemeinschaften und Eigentümer/innen der bundesweit 9 Millionen Eigentumswohnungen relevant.

Erreicht werden können diese über Wohnimmobilienverwalterinnen und -verwalter, die bei der Erfüllung der klimapolitischen Ziele eine wichtige Multiplikatorenfunktion haben.

Bundesweit werden insgesamt über 18 Mio. Wohnungseinheiten verwaltet, das entspricht rund 42 Prozent aller Wohnungen. teuerungspotenziale von Verwalterinnen und Verwaltern bezüglich der energetischen Sanierung und Modernisierung im Bestand. Mit einem Anteil von rund 70 Prozent weisen Wohnungseigentümergemeinschaften den höchsten Anteil sanierungsbedürftiger Wohnungen.